SZENE
Salzburg

Sa.14.5.

Salzburger Marionettentheater

Fidelio

Musik
©Salzburger Marionettentheater
©Salzburger Marionettentheater

Inszenierung anlässlich des 250. Geburtstages von Ludwig van Beethoven im Jahr 2020.

"Leonore hat die Liebe kennengelernt, sie liebt Florestan. Mit der Kraft dieser Liebe muss sie gegen das Böse kämpfen und gegen alle Widrigkeit. Bis die unbändige Macht der Angst sie fast zermalmt, bis an den Punkt, wo sie die Angst vor dem Tod überwunden hat. Erst da ist Freiheit und die Liebe. Viel mehr sogar als häusliche Zweisamkeit, eine Kraft, größer als wir und für uns noch märchenhaft fantastisch, verwandelt sie allen Tod in Leben.
Wenn ich Fidelio, nämlich das, was ich in Text und Musik höre, erzählen will mit seinen sogenannten kleinen und großen Leuten, dem mutigen Gang der Heldin und einem Happy End das weit über alles noch nicht Mögliche hinaus strahlt, dann ist das für mich wie in jedem guten Märchen. Todesmutig stellt sich Leonore zwischen den Tod und ihren Mann. Ihr Wachsen über die Angst hinaus ermöglicht das große Happy End. Ein Märchen ist ja immer eine Hoffnungsgeschichte.
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Dargestellt von realen Menschen in Film oder Theater wird die Fantasie der Zuschauer durch die darstellende Person vielleicht großartig konkretisiert, aber die notwendige Bodenhaftung realer Menschen macht eine Entwicklung zum Märchenhaften, zum erhofft Zukünftigen kaum möglich und ist in der Wirkung meist lächerlich. Puppen, Marionetten haben diese Beschränkung nicht. Sie sind nur ein Stück Holz, vorerst, und nur die Fantasie der Zuschauer lässt sie lebendig werden. Puppen können problemlos fliegen, ihre Schwerkraft ist im Himmel. Und auch das andere Ende: Niemand kann so wunderbar sterben, totes Holz ist nicht mehr animiert nur noch tot.
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Ein großes Märchen trotz, oder besser gegen das Versagen der französischen Revolution, trotz des Größenwahns Napoleons, trotz all dem Übel auf der Welt und gegen das Versiegen aller Hoffnung – unserem Lebensgrund."(Thomas Reichert, Regie)

Thomas Reichert, Inszenierung & Textfassung
Michael Simon/Thomas Reichert, Bühnenbild
Kerstin Grießhaber, Kostüme

Bayerisches Staastorchester, Ferenc Fricsay
Chor der Bayerisches Staatsoper
Mit Leonie Rysanek, Irmgard Seefried, Ernst Haefliger, Dietrich Fischer-Dieskau, Gottlob Frick
Eine Aufnahme der Deutschen Grammophon

2 Stunden, in deutscher Sprache