vorwort/nachwort
Als ich in den 80er Jahren erstmals Programm kuratieren konnte, war die Welt auf der Bühne in kreativem Aufruhr. Der Tanz, die Performance bemächtigten sich des Theaters. Designer, Architekten, Filmemacher, Performer wurden zu Choreographen, Regisseuren. Tanz wurde zum Synonym für jegliches kreative darstellende Ausdrucksmittel. Quereinsteigen, querdenken, querverbinden waren die Gebote der Stunde. Diesen internationalen Trend aufzusaugen und mit Leidenschaft den kulturellen und künstlerischen Erneuerungen in Salzburg zum Durchbruch verhelfen zu können, war mein Glücksfall. Der Höhenflug der szene, die Stadtkino/republic story, die kulturelle Nutzung der Pernerinsel und vieles mehr waren die Folge. 30 Jahre hat die szene zeitgenössische, zeitgemäße, genreund grenzüberschreitende internationale Bühnenkunst in einen Salzburger Kontext gestellt, war Partner für lokale KünstlerInnen und hat mit dem republic ein Kulturhaus mit breiter Ausrichtung für ganz Salzburg etabliert.
Die 90er Jahre führten alles, was sich mittlerweile unter dem Terminus Tanz fand, bis zur weitgehenden Auflösung und Abstraktion. Das Konzept, die Idee, lösten vielfach das Primat der Darstellung ab. Die 00er Jahre wiederum brachten dazu den endgültigen Strukturwandel von der Gruppenbildung, der Compagnieform, zum ständigen Versuchslabor, zum jede/r mit jeder/m Projekt. Die szene salzburg war immer ein aktiver Spieler im Wandel der Kunstformen, sie präsentierte zeitgenössischen Tanz, aber immer auch Theater und Musikprojekte.
Diese Zugabe schließt meinen kuratorischen Kreis. Sie zeigt Arbeiten von KünstlerInnen, die im heutigen Theaterleben unverzichtbar sind und ihre Wurzeln in den 80er, 90er und 00er Jahren haben. Diese Persönlichkeiten (nebst vielen anderen) haben 30 Jahre internationale Tanzgeschichte und die szene salzburg geprägt und zeichnen Bilder der Zukunft des Bühnengeschehens.
Michael Stolhofer
