Boris Charmatz/Musée de la danse enfant

Mi 3. und Do 4. Juli, 20:30 Uhr
republic, 60 min
24/12 € ermäßigt
Künstlergespräch: Do 4. Juli nach der Vorstellung

Eine Gruppe von Kindern, neun Tänzer und einen Dudelsackspieler versammelt der Ausnahmechoreograph Boris Charmatz in enfant zu einem faszinierend-verstörenden Bewegungs- und Bilderreigen. Das preisgekrönte Stück beginnt mit einem Maschinenballett, bei dem sich ein mobiler Kran zuerst des Raumes und danach der Erwachsenen bemächtigt, diese an einem Seil emporzieht und sie halsbrecherisch kopfüber baumeln lässt. Nach diesem bedrohlichen Szenario kommen zunehmend die Kinder ins Spiel. Zuerst als willen- und leblose Körper, die von den Tänzern manipuliert und wie Objekte behandelt werden. Nach und nach erkämpfen sich die Kleinen ihre Autonomie. Mit vehementen Mitteln befreien sie sich aus der Ohnmacht und reißen – fast unmerklich – das Geschehen an sich. Sie imitieren gnadenlos das Verhalten der Großen und gehen schließlich als Sieger aus diesem schonungslosen Spiel hervor. Charmatz schafft mit enfant einen berührenden Abend, der so erhellend wie düster, so brutal wie zärtlich ist.

enfant ist eine der beeindruckendsten politischen Arbeiten, die das Tanztheater hervorgebracht hat: komplex, intensiv, davei völlig unbelehrend und jede billige Rührung vermeidend.“ Süddeutsche Zeitung

Boris Charmatz, Jahrgang 1973, zählt zu den innovativsten und produktivsten Choreographen seiner Zeit. Nach seiner Ausbildung an der Ballettschule der Pariser Oper sorgte er schon mit seinen ersten Kreationen international für Furore. Seither treibt er die Tanzszene unablässig voran, sucht immer wieder die Nähe zur bildenden Kunst und Philosophie, konzipiert radikale Formate, die den Blick des Zuschauers neu fordern, und kreiert physisch intensive Tanzstücke, die zu den wichtigsten Arbeiten der Gegenwart zählen.

borischarmatz.org
museedeladanse.org

Choreographie: Boris Charmatz
Interpretation: Or Avishay, Eleanor Bauer, Nuno Bizarro, Matthieu Burner, Julien Gallée-Ferré, Lénio Kaklea, Maud Le Pladec, Thierry Micouin, Mani A. Mungai
mit Kindern aus Rennes
Licht: Yves Godin
Sound: Olivier Renouf
Maschinen: Artefact, Frédéric Vannieuwenhuyse, Alexandre Diaz
Dudelsack: Erwan Keravec
Assistenz: Julien Jeanne
Hauptinspizienz: Fabrice Le Fur
Inspizienz: Max Potiron, François Aubry
Kostüme: Laure Fonvieille
Stimmarbeit: Dalila Khatir
Orchestrierungssoftware: Luccio Stiz

Eine Produktion von Musée de la danse/Centre chorégraphique national de Rennes et de Bretagne.
Leitung: Boris Charmatz

Mit Unterstützung von Ministère de la Culture et de la Communication – Direction régionale des affaires culturelles, der Stadt Rennes, Conseil régionale de Bretagne und Conseil général d’Ille-et-Vilaine.

Eine Koproduktion von Festival d’Avignon, Théâtre de la Ville-Paris, Festival d’Automne à Paris, Internationales Sommerfestival Hamburg und Siemens Stiftung im Rahmen des Projekts SCHAUPLÄTZE, Théâtre National de Bretagne (Rennes), La Bâtie-Festival de Genève und Kunstenfestivaldesarts (Brüssel).

Mit besonderer Unterstützung von Ministère de la Culture et de la Communication, le Conseil régional de Bretagne, la Ville de Rennes und Rennes Métropole.

Die internationale Tournee dieses Projekts wird vom Institut français/Ville de Rennes unterstützt.

Dank an Olga Dukhovnaya, Pierre Mathiaut, Julia Cima und Raimund Hoghe.

Mit besonderer Unterstützung von:

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